06.02.2010 - Axel Biesler
HERINGSSALAT NACH ART DER BRETONISCHEN FISCHER
So, der Fisch badete lang genug in seiner Würzbrühe. Jetzt geht’s an den Fond – rezeptgetreu nach Clemens Wilmenrod: Eine herrliche Creme aus Ketchup und süßer Sahne. Bananen und Tomate dazu und schwuppdiwupp, man atmet sie schon, die salzig-bretonische Luft. Der Herr Wilmenrod, der hat damals dann auch immer brillant formuliert, wie sich das so verhält mit den leckeren Sachen zum Beispiel. Einmal sagt er: „Das ändert aber nichts an der erfreulichen Tatsache, dass eine Delikatesse auch dann eine Delikatesse bleibt, wenn sie wohlfeil ist.“ Genau. Drum kann ich nur dazu raten, das Rezept exakt(!) nachzukochen, sonst wird das nämlich nüscht mit der Delikatesse. Der NDR hats hier konserviert (copy and paste):
http://www.ndr.de/media/wilmenrodoriginal100.html
29.01.2010 - Axel Bielser
„MAKAKEN-MÜTTER,
die mit ihrer Gruppe auf dem Gelände eines buddhistischen Tempels leben, bringen ihrem Nachwuchs bei, sich die Zähne zu reinigen. Wie Forscher der Universität Kyoto berichten, rissen die Affen dazu Menschen Haare aus und führten ihren Kindern vor, wie diese als Zahnseide zu verwenden sind.“
SZ, 29. Januar 2010
25.01.2010 - Axel Biesler
HOLY SHIT
SMOKE ON THE WATER
Ochdamh-mòr
Octomore
Orpheus, Edition 02.2
Aged: 5 years (Petrus Casks)
PPM: 140
61% vol.
FATHER AND SON
2000 Bowmore
Bourbon Barrel
Cask No.: 800267
Bottle: 153/215
Thomas Ewers / Paderborn
60,1% vol.
RIDERS ON THE STORM
Elements of Islay
Pe1
Full Proof
Charles Maclean
58,7% vol.
19.01.2010 - Axel Biesler
SCHNÖSELIGES BILD
Jonathan Safran Foer („Extrem laut und unglaublich nah“) hat ein Buch über Massentierhaltung geschrieben, das gerade in den USA erschienen ist. Johanna Adorján hat den Schriftsteller interviewt. Das Gespräch ist in der letzten Ausgabe der FAS erschienen, die ein reichlich schnöseliges Bild vom Autor wählte, wie er da so mit gefalteten Händen sitzt und grüblerisch aus seiner Blockhütte schaut. Konfrontiert mit einer Rezension der New York Times, in der die Kritikerin fragt, warum er sich um das Wohlergehen von Schweinen und Hühnern sorge, wo so viele Kinder durch Malaria sterben und es einen Genozid im Kongo gebe, fragt er klug zurück: „…Und natürlich kann man auch sagen: Warum Buchrezensionen schreiben, wenn es einen Genozid im Kongo gibt?“
16.01.2010 - Axel Biesler
ALLES MÖGLICHE NÄMLICH
Neulich lungerte ich (in einem nur von außen betrachtet jämmerlichen Zustand) auf meiner Chaiselongue vor dem Fernsehgerät herum und ließ mich vom 'perfekten Dinner' sedieren. Ein trotziges Format, dem der Schauspieler Daniel Werner durch seine launige Kommentierung zu etwas Schwung verhilft. Was die Kandidaten im Leben so (beruflich) veranstalten, wird da auch verraten. Alles Mögliche nämlich und das auch noch zigfach. Eine Kandidatin wird da zunächst mit Journalsitin, im nächsten Bild mit Sängerin und im übernächsten mit Moderatorin unterschrieben. Der Lagerist gerät zum Logistiker, der Rosenverkäufer zum Unternehmer und so fort. Am Ende weiß man gar nicht mehr, wer und was da zueinander gehören. Sabina (42) ist dann freilich auch nicht nur Reiseverkaufsfrau, sondern verdingt sich zudem als Fußpflegerin. Dagegen ist ja gar nichts einzuwenden. Doch da stand tatsächlich Podologin. Da musste ich erst mal bei Wikipedia nachschlagen. Die fesche Sabina (42), ich würde meinen rechten Zeh darauf verwetten, sie wird auf diesen Titel strikt bestanden haben.
12.01.2010 - Axel Biesler
Gegen Misanthropie sei wärmstens empfohlen:
Vampire Weekend
Contra
XL Recordings Ltd.
04.01.2010 - Axel Biesler
KROMBACHER FÜR ALLE
Phasenweise verpasse ich meinem Sitznachbarn eine Backpfeife oder popel dem Vordermann am Ohr herum. Keine affektive Störung ist das, sondern nur der erfolglose Versuch, einen dieser quallenähnlichen 'Samen der Bäume' zu berühren oder mir Glutfunken und Ascheregen vom Leibe zu halten. Camerons Avatar ist eine dreidimensionale Effektorgie, dass es einem Hören, zuvörderst aber Sehen vergeht. Die Story freilich ist dünn und zudem leider ziemlich humorlos geraten: Ein bisserl Star Wars, Jurassic Park und Aschenbrödel. Hunderte Hektare heiligen Urwald mähen und flammen die bösen Himmelsmenschen bei diesem Spektakel nieder. Bei rund 12 Euro Eintritt hätte es da ruhig Freikrombacher für alle sein dürfen.
03.01.2010 - Axel Biesler
ERGO BIBAMUS (lose Blätter vom Ende des Jahres)
1991 Mas de Daumas Gassac (Magnum), VIN DE PAYS DE L’HERAULT
Mehr Abspann als Happy End.
2003 Großkarlbacher Burgweg, Spätburgunder Auslese trocken, Weingut Knipser, PFALZ
Omegalage: 40,2°C am 13. August 2003 in Freiburg i. Br.
2005 Schwarzes Kreuz, Portugieser, Pfalz RW (Weingut Kirchner), PFALZ
2005 Kieselberg, Portugieser, Pfalz RW (Weingut Rings), PFALZ
Elegant der eine, kraftvoll der andere: Portugieser at its best.
2006 Marius, Vignobles sous le vent, COTES CATALANES
Impressive! Uniqueness meets perfect vinification.
2005 Lo Sconosciuto (Sagrantino), Fattoria Serra San Martino, MARKEN
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2007 Sommerhalde, Weingut Huber, BADEN
Mon dieu! Eine Sünde, eine köstliche.
1921 Erbacher Rheinhell, Riesling Cabinet (Auslese), Weingut Schloss
Reinhartshausen, RHEINGAU
Dinosaurier ohne Zähne.
2007 Riesling brut, Weingut Hirschhorner Hof, PFALZ
(M)eine Perle.
2007 Loibenberg, Grüner Veltliner Smaragd, Weingut Schmelz, WACHAU
Nomen est Omen. Dazu: Bouillabaisse, Rouille, geröstetes Weißbrot.
29.12.2009 - Axel Biesler
VERKLÄRTER HERBST
Gewaltig endet so das Jahr
mit goldnem Wein und Frucht der Gärten.
Rund schweigen Wälder wunderbar
und sind des Einsamen Gefährten.
Da sagt der Landmann: Es ist gut.
Ihr Abendglocken lang und leise
gebt noch zum Ende frohen Mut.
Ein Vogelzug grüßt auf der Reise.
Es ist der Liebe milde Zeit.
Im Kahn den blauen Fluss hinunter
wie schön sich Bild an Bildchen reiht –
das geht in Ruh und Schweigen unter.
(Georg Trakl)
22.12.2009 - Axel Biesler
UHU-DLER
Die Meinungen darüber, ob sein Name daher rührt, dass man nach Genuss aussieht wie ein Uhu oder ob der Trunk tatsächlich wie die Klebepaste riecht, gehen nicht wirklich auseinander. Geschmackssache ist der Uhudler scheints nicht. Immer mal wieder treffe ich auf ihn. Nicht im Glas, sondern durch Dritte, die entweder mit Schrecken oder – und das gibt es auch! – ehrlichem Entzücken berichten. „Unvergessliche Himbeerfrucht“, jubelte mir unlängst ein redlicher Zecher zu. „Heckenklescher“ und „Rabiatbeeren“, schimpft Wikipedia über den Direktträger. Nachgerade erschütternd ist die gustatorische Erfahrung von Meister N: „Mir wird jetzt noch ganz anders, wenn ich daran denke. Man muss schon sehr viel Champagner danach trinken, um diesen Goût des Grauens wieder loszuwerden. Und es liegt einzig und allein an den Trauben, denn die Südburgenländischen Winzer geben natürlich alles, um feinsten Wein aus schlimmsten Beeren zu machen. Bei dem Wein wird verständlicherweise jeder Kellermeister spontan und unschönbar betriebsblind. Foxton ist überhaupt kein Wort für diese Naturkatastrophe. Fahr einmal zur Arbeitsspitze durch Wesseling (bedeutender Standort der chemischen Industrie in Nordrhein-Westfalen, Anm. AB) und du weißt, wie die 'Beeren' schmecken und riechen, und dass der 'Wein' nichts dafür kann.“
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