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WEINEHELL'S BELLS UND DIE JUFFER VON BRAUNEBERGIch hab’s nicht genau abgemessen. Doch eine Flasche von Martin Conrads 07er Brauneberger Juffer müsste reichen, dann hat man alle Storys gelesen. Und nicht selten wünscht man dieser Sammlung eine ähnlich perfekte Balance, wie sie Conrad mit seinem fruchtsüßen Riesling gelungen ist. Fünfzehn Krimikurzgeschichten auf gerade einmal 161 Seiten. Macht knappe 11 pro Geschichte. Das ist nicht viel. Im Vorwort schreibt die Herausgeberin: „Die Kurzgeschichte lebt von der Reduktion, der Verdichtung, sowohl in der Sprache als auch in der Erzähltechnik . . .“ An diesem Anspruch jedoch scheitert die eine oder andere Story. Sabine Thomas verliert sich in „Angel in the Night“ in Pop und Rock-Reminiszenzen, der Krimi gerät dabei zur Nebensache. In „Beutezug“ von Sabine Ludwigs steht das Drama zwar im Mittelpunkt, doch ihre Bilder der Leiche geraten zu stark und stehen in keinem Verhältnis zu einer Fünfseiten-Story. Ihre Stärken hat die Sammlung dort, wo die Autoren ihre Geschichten mit einem knackigen Sarkasmus (Carlo Schäfer, „Uranus Schnitz und das Michelangelo Quadrat“, Dieter Paul Rudolph, „All-inclusive“) oder erfrischenden Absurditäten (Henrike Heiland, „Der unglückliche Herr Dr. von und zu Wittenstein“) überziehen. In solchen Momenten ist das Büchlein dem Riesling mindestens ebenbürtig: knackig, geschliffen und von einer hintergründigen Süße!
www.poetenladen-der-verlag.de/einzeltitel/hells-bells-autoren.htm
www.braunebergerhof.de/home_de.html
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03. September 2010
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© 2008 Axel Biesler |
aktualisiert am 02.04.2008 |